Kategorien
Reiseberichte & Aktuelles

Aktuelle Situation in Kenia

Zurück gekommen von meiner letzten Reise nach Mombasa, Kenia, am 10. Februar 2021 möchte ich Ihnen einmal einen kurzen Lagebericht geben.

Ebenfalls wie wir hier in Deutschland so haben auch die Kenianer mit diversen Einschrän-kungen  wegen der Pandemie zu leben. Auf den ersten Blick erscheint alles als liefe es seinen gewohnten Gang. Aber die Menschen leiden. 

Das tägliche Leben ist  bestimmt von diversen Verboten. So ist ab 9.00 Uhr abends bis 4.00 Uhr morgens  Ausgehverbot, jeder hat zu Hause zu sein. Eine Zuwiderhandlung wird mit hohen Geldstrafen oder sogar Gefängnis bestraft. 

In den Matatus (Kleinbussen)  darf nur die Hälfte der Plätze besetzt werden, die anderen Fahrgäste müssen die leer gebliebenen Plätze mit bezahlen. Also ist das beliebte Verkehrsmittel, das Matatu, sehr teuer geworden. Die Menschen müssen zu Fuß gehen, wenn sie längere Strecken zu bewältigen haben, da die armen Menschen das Fahrgeld nicht mehr bezahlen können.

Die Pkw`s dürfen nur die Hälfte der Sitzplätze belegen. 

Die Preise für Nahrungsmittel und  Benzin sind in die Höhe geschnellt, alles wird  von Woche zu Woche teurer.

Die Menschen „up country“ also in den höheren Lagen, leiden vermehrt unter den Heuschrecken Schwärmen, die ihnen die ganze Ernte verfressen. 

Bei uns an der Küste gibt es keine Heuschrecken Schwärme aber die meisten Menschen haben ihre Jobs verloren, da sie zu 80 % vom Tourismus leben. So verdienen alle Hotelangestellten, Taxi- und Tuktukfahrer kaum noch Geld, um ihre Familien ernähren zu können. Auch können sie die Schulen ihrer Kinder nicht mehr bezahlen. 

Unsere Kinder konnten nach dem schullosen Jahr 2020 seit Januar wieder in die Schule gehen, was sie begeistert hat. Allerdings sind nun seit 17. März die Schulen wieder geschlossen, da Ferien sind. Nur die Abschlussklassen von Grundschule und Oberschule haben Unterricht, um ihre Abschluß-Prüfungen zu machen. Ab 10. Mai beginnen die Schulen dann wieder für das nächste Schuljahr. Durch das verloren gegangene Jahr 2020 hat sich alles verschoben,  die Zeiten für Ferien wurden geändert und das Schuljahr 2021 verkürzt.

Es wird zu sehen sein, wie sich das Jahr 2021 entwickelt und ob die Kenianer mit Covid 19  einigermaßen gut durch die Pandemie kommen. 

Unser Freund und Arzt Dr. Julius berichtet von steigenden Krankenzahlen in seiner Klinik, die Schlange der Wartenden reißt von morgens bis abends nicht ab. Es erstaunt mich immer wieder, wie schlecht die Ärzte in Kenia ausgebildet sind und wie unwissend sie vielfach die falschen Medikamente verschreiben, an denen die Menschen dann manchmal versterben, wenn sie nicht rechtzeitig z. B. zu Dr. Julius kommen und der ihnen dann die richtigen Medikamente verschreibt. 


So kann man auch den Zahlen der Infizierten und Corona Toten nicht glauben, da zum Einen nicht feststeht, wie viel und genau überhaupt geprüft oder getestet wird, und zum Anderen nicht weiß, was alles „unter den Tisch gekehrt „ wird. Leider sind auch Ärzte in Kenia korrupt und behandeln Kranke ohne eigentliches Wissen über Monate und Jahre, ohne dass sie die geringste Ahnung von der Heilung haben.  Dies wurde mir mehrfach von Dr. Julius bestätigt. 

Inzwischen zeigt sich, dass Covid-19 in Kenia keine Randerscheinung mehr ist, sondern weite Kreise zu ziehen scheint. Und so verharrte  das Land weiter in einem strikten Lockdown mit strengen Ausgangssperren. 

Auch mir wollte man verbieten, zu den Kindern zu fahren und sie zu besuchen, allerdings habe ich mich nicht davon abbringen lassen, wenngleich die Besuche auch nicht so oft waren, wie ich sie sonst gerne gemacht hätte. 

Ich hoffe, dass  so bald wie möglich wieder Flüge von Frankfurt nach Kenia gehen, so dass ich mich wieder persönlich und hoffentlich mit mehr Besuchen um die Kinder kümmern kann.  Aber wie es dann in dem Land aussieht, ist noch ungewiss.

Warten und hoffen wir, dass es alles nicht so schlimm kommt, wie befürchtet wird und dass  dieses wunderbare  Land sich schnell wieder erholt.  

Barbara Ernst